Historischer Hintergrund meiner Bücher:

*Das Obsidianherz*    *Salzträume*    *Jenseits des Karussells*

 

1865 – „Das Obsidianherz“

Königreich Bayern, ehemals Kurfürstentum, wurde zu Napoleons Zeiten zum Königreich erhoben. Das Königreich Bayern entwickelte sich zu einem eigenständigen und vergleichsweise modernen und offenen Staat mit eigener Verfassung. Als souveräner Staat war das Kgr. Bayern Teil des Deutschen Bundes. Der Deutsche Bund war ein lockerer Zusammenschluss von Einzelstaaten, überwiegend deutschsprachig, zwischen 1815 und 1866.
http://de.wikipedia.org/wiki/Königreich_Bayern
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bund
München
Unter den bayerischen Königen wurde München weiter ausgebaut, die Universität dort angesiedelt und die Stadt zu einer schönen und beeindruckenden Residenzstadt gemacht, ein Verdienst, der hauptsächlich Ludwig I. und Maximilian II. zuzuschreiben ist. http://de.wikipedia.org/wiki/München#Geschichte

Karte München

Der Schrannenplatz in München

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b3/Marcktzumuenchen.png

Über diesen Platz läuft Marie-Jeannette, als sie ihre Nachricht abliefern will.

Ludwigsstrasse

Auf der Ludwigsstraße reitet Delacroix zum Hotel.
Ludwig II 1845 – 1896
Ludwig II war der vierte König Bayerns. Zu der Zeit, in der „Das Obsidianherz“ spielt, ist er gerade mal neunzehn Jahre alt. Mit zunehmendem Alter wurde er schwieriger, zog sich immer mehr in sich selbst und seine romantischen Traumwelten zurück, baute die bekannten Schlösser – für sich selbst – und ertrank schließlich, nachdem man ihn letztendlich entmündigt hatte, im Starnberger See.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_II._(Bayern)

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ludwig_II.jpg   http://commons.wikimedia.org/wiki/File:K%C3%B6nig_Ludwig_II_in_bayrischer_Generalsuniform.jpg
Chevauleger Regiment
Die Chevaulegers, wie Udolf von Görenczy einer ist, waren leichte Kavallerie. Angehörige dieser Regimenter erfreuten sich in der Bevölkerung einer gewissen Popularität. Man sagte Ihnen ein gewisses Draufgängertum nach, nicht zuletzt beim Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Im Bayerischen nannte man sie die Herren „Schwallangschere“.
Udolf von Görenczy hätte eine grüne Uniform mit rotem Vordereinsatz getragen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chevauleger

Chevaulegers Leutnant  http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/13/Kn%C3%B6tel_III%2C_47.jpg
Jäger-Bataillon
Asko von Orven gehört einem Jäger-Bataillon an. Diese Einheiten gehörten zur leichten Infantrie, die Soldaten waren für den Dienst als Kundschafter, Kuriere und Scharfschützen außerhalb der regulären Schlachtordnung bestens geeignet.
Asko von Orven hätte eine bayerisch-blaue Uniform getragen.

Jäger Bataillon
Englischer Garten
1789 ordnete Kurfürst Carl Theodor an, das Gebiet östlich der Militärgärten in einen Volkspark umzuwandeln. Es handelte sich um die erste Anlage dieser Art in Europa. Der Park wurde für die damals rund 40.000 Münchner Bürger geöffnet. Der Park ist heute noch einer der größten innerstädtischen Parks, größer als der Central Park in New York oder der Hyde Park in London.
http://de.wikipedia.org/wiki/Englischer_Garten_(München)
Den Englischen Garten durchzieht ein Netz von Bächen und es gibt den Kleinhesseloher See. Der Eisbach als linke Ableitung der Isar ist der stärkste Bach im Englischen Garten in München.
http://de.wikipedia.org/wiki/Eisbach_(München)

http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Sckell_-_Karl_Theodor_-_Rumford.jpg?uselang=de
Mode der Zeit
Die 60er Jahre des 19. Jahrhunderts waren die Krinolinenzeit. Die Röcke der Damen hatten nicht selten mehr als 6m Stoff verarbeitet und wurden über ein steifes Unterrockgestell, die Krinoline drapiert. Die Taillen der Damen waren mithilfe eines Schnürkorsetts zu sogenannten Wespentaillen zusammengeschnürt. Schnelles Manövrieren – oder auch nur sich nach etwas zu bücken – waren kaum möglich.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Egg_companions.jpg

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Moritz_von_Schwind_003.jpg   http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Feuerbach_Fr%C3%BChlingsbild.jpg
Die Herren hatten es da legerer: Gehrock, Weste, hoher Kragen.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gabillon_ludwig_und_zerline_von_ludwig_angerer.jpg  http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carl_von_Piloty.jpg


„Salzträume“ – 1865, historischer und geografischer Hintergrund

Das Kaiserreich Österreich gehörte nur zu einem Teil dem Deutschen Bund an. Der Deutsche Bund war ein lockerer Zusammenschluss von Einzelstaaten zwischen 1815 und 1866.
http://de.wikipedia.org/wiki/Habsburgermonarchie

http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Europa1814.jpg?uselang=de
Staatsoberhaupt war Kaiser Franz Josef I.
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Joseph_I._(Österreich-Ungarn)

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Franzjosef.jpg

Er heiratete die bayerische Wittelsbacher-Prinzessin Elisabeth, genannt Sisi (nicht Sissi, wie in den Filmen).
http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Österreich-Ungarn

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kaiserin_Elisabeth_1862.jpg
Der Handlungsort, das Salzkammergut, ist eine von hohen Bergen und Seen geprägte Landschaft östlich von Salzburg. „Salzträume“ spielt im Ausseer Land, der Gegend zwischen Dachsteinmassiv und Totem Gebirge.
http://de.wikipedia.org/wiki/Salzkammergut

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f4/Meyers_b14_s0246a.jpg

Schon in der Keltenzeit wurde hier Salz gefördert, und der Salzabbau findet auch heute noch statt. Salz war früher beinahe die einzige Möglichkeit, Nahrung über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen. Entsprechend hoch war die Bedeutung von Salz. Die Salzbergwerke im Salzkammergut kann man heute noch besichtigen. (http://www.salzwelten.at)

Das Ausseer Land ist der südöstliche Teil des Salzkammergutes und umfasst haupt- sächlich das Gebiet um die Seen: Grundlsee, Toplitzsee, Kammersee und Ausseer See.
http://www.ausseerland.at/de/3-00-0-2051438/detail/region-ausseerland.html

Ausseer Bergsicht   Ausseer Berge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gegend ist reich an Mythen und Sagen. Der „Wassermann vom Grundlsee“ ist sogar zum Dorfwappen der Gemeinde Grundlsee geworden.

Ein Gemälde des Grundlsees aus dem 19. Jahrhundert mit Totem Gebirge im Hintergrund stammt von Rudolf von Alt. Durch das Innere der Berge links kämpfen sich Charlotte und Arpad.

 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Rudolf_von_Alt_Gebirgslandschaft_mit_dem_Grundlsee.jpg

Grundlsee

Mehr zur Gemeinde Grundlsee gibt es hier: http://www.grundlsee.at/landleute/geschichtliches.htm
Gebietskarte (ungefähr):

Karte Seen
Das Tote Gebirge erstreckt sich nordöstlich vom Ausseer Land und ist eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen. In ihm erstrecken sich noch weitgehend unerforschte Höhlensysteme.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/db/Totes_Gebirge.png
Die Dachsteinhöhlen hingegen kann man besichtigen. Es lohnt sich. http://www.dachsteinwelterbe.at/index.php?id=28

Dachsteinhöhle

Koppenbrüllerhöhle
Die in „Salzträume“ erwähnte Poststation Ladner gibt es heute noch unter dem Namen Gasthof Ladner.
http://www.lad.at/seiten/der_ladner.htm

Dies ist die Aussicht vom Ladnerwirt aus:

Aussicht auf den Grundlsee vom Ladnerwirt aus
Die Saligen
Die Saligen sind im Alpenraum mythische Frauenwesen, denen je nach Region unterschiedliche Kräfte und Verhaltensweisen zugeordnet werden. Sie werden gelegentlich gleichgesetzt mit den „Drei Heiligen Mädchen“, St. Margareta, St. Barbara und St. Katharina. Sie waren auch als Embede, Wilbede und Warbede bekannt und im Gebiet des früheren Rätien, in dem man eine weibliche Gottheit verehrte, kannte man Aubet, Cubet und Quere oder auch Ainbet, Gwerbet und Wilbet. Diese gingen bis auf vorchristliche Zeit zurück.

Die heiligen drei Bethen

Bild der Hl. Drei Bethen in der Kirche von Obsaurs/Schönwies (Bez. Landeck)


„Jenseits des Karussells“ – München, die Kunststadt

Die „Königliche Akademie der Bildenden Künste“ wurde 1808 durch König Maximilian I. von Bayern gegründet (hervorgehend aus einer schon bestehenden Zeichenschule) und residierte zunächst in der Innenstadt im vormaligen Jesuitenkolleg (Wilhelminum) an der Neuhauser Straße.

Die Münchner Akademie hatte Mitte des 19. Jahrhunderts einen weltweit führenden Ruf. Hier lehrten u.a. die Maler Franz von Defregger, Moritz von Schwind und Franz von Stuck. Studienkollege von unserem Helden Thorolf Treynstern zu dieser Zeit war z.B. Franz von Lenbach.

Moritz von Schwind, Hochzeitsreise , Wikimedia  Moritz von Schwind, Rübezahl, Wikimedia

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem die Landschaftsmaler waren stilistisch richtungsweisend für die Entwicklung der sogenannten beheimateten Münchner Schule. Die Münchner Schule im engeren Sinne wurde begründet durch den 1856 an die Akademie berufenen Karl von Piloty. Unter ihm wurde die Akademie auch zu einem Zentrum für Genre-Maler – die Stilrichtung, die in „Jenseits des Karussells“ Thorolf Treynstern anstrebt.

Carl Theodor von Piloty, Der Brand von Rom, Wikimedia

Heute ist der Kunstverein München (k.m) ein gemeinnütziger, eingetragener Verein mit knapp 1.000 Mitgliedern. Der Verein wurde 1823 gegründet und ist somit einer der ältesten deutschen Kunstvereine Deutschlands. Zur Zeit der Handlung von „Jenseits des Karussells“ lag der Sitz in den historischen Arkaden des Münchener Hofgartens – also gleich neben dem Café Tombosi.

 

Ludwig II war der vierte König Bayerns. Zu der Zeit, in der „Das Obsidianherz“ spielt, ist er gerade mal neunzehn Jahre alt.